Sie sind hier: Technik Einzelne Themen ausführlich Fotobuch Inhalt des Fotobuchs 4 Der Film 4.2 Farbfilme 4.2.4 Aufbau des Farbfilms

4.2 Farbfilme

4.2.4 Aufbau des Farbfilms

Abbildung 4.10 zeigt den Aufbau eines Farbfilms. Er hat drei Farbschichten in den subtraktiven Grundfarben Gelb, Purpur und Blaugrün. Diese absorbieren ("schlucken", entziehen) die zu ihnen komplementären Lichtfarben: Die obere Gelbschicht schluckt blaues, die mittlere purpurne grünes und die untere blaugrüne rotes Licht. Die Reihenfolge ist so, dass das energiereichere Licht die obenliegende Schicht belichtet und von ihr weitgehend absorbiert wird. So belichtet am wenigsten davon tieferliegende Schichten (Farbstiche).

Abbildung 4.10: Schichtaufbau eines Farbfilms. Negativ- und Diafilm sind identisch aufgebaut. Letzterer hat über der Lichthofschutzschicht noch eine Zwischenschicht.

Außer den Silberhalogeniden sind in der Emulsion Farbkuppler – farblose Substanzen, die sich an den Silberhalogenidkristallen anlagern und sie umschließen. Während der Entwicklung werden die Farbstoffe (Farben) durch Reaktion der Farbkuppler mit dem Farbentwickler (nur) an den belichteten Kristallen erzeugt. Das Silber wird vollständig entfernt, übrig bleiben die Farbstoffe. Es lässt sich für die Wiederverarbeitung größtenteils rückgewinnen.

Das Bild eines Farbfilms besteht nicht aus Silber, sondern aus Farbstoffen. Zusammengeballte Farbstoffe sind Körner (Korn). Diese sehen unter dem Mikroskop verwaschen aus und werden Farbstoffwolken genannt.

Beim Negativfilm wird Blau, das die Gelbschicht belichtet hat, zu Gelb, Grün zu Purpur und Rot zu Blaugrün.

Abbildung 4.11: Bildentstehung beim Farbnegativfilm. Blaues Licht belichtet die gelbe Schicht, grünes Licht die purpurne und rotes Licht die blaugrüne. Durch die Entwicklung wird blaues Licht zu Gelb, grünes Licht zu Purpur und rotes Licht zu Blaugrün. Bei der Papierentwicklung entsteht ein Negativ vom Negativ: ein Positiv.

Der Farbschichtenaufbau des Fotopapiers ist identisch mit dem des Negativfilms (bei modernen Papieren kann die Reihenfolge der Farbschichten umgekehrt sein). Wird das Negativ auf das Papier belichtet, entsteht ein Negativ vom Negativ: ein Positiv, siehe Abbildung 4.11.

Im Papierbild entsteht Weiß, wo beim Negativfilm alle drei Farbschichten vollständig belichtet sind. Das Negativ ist an diesen Stellen schwarz und undurchsichtig. Beim Vergrößern erhält das Fotopapier dort kein Licht und bleibt weiß.

Blaues Licht belichtet die gelbe Negativschicht. Das Negativ wird von der Vergrößererlampe mit weißem Licht durchleuchtet. Anschließend ist es gelb. Gelbes Licht belichtet auf dem Fotopapier alle Farbschichten außer der gelben; diese ist gelb, da sie die gelben Farbanteile des Lichts reflektiert bzw. hindurchlässt und nicht absorbiert. Es werden die purpurne und die blaugrüne Papierschicht belichtet. Subtraktiv gemischt sind Purpur und Blaugrün Blau. Das Fotopapier wird unter weißem Licht betrachtet. Die Purpurschicht entzieht dem weißen Licht die grünen Farbanteile, die Blaugrünschicht die roten Farbanteile. Übrig bleiben die blauen Lichtanteile.

Grünes Licht belichtet die Purpurschicht des Negativfilms. Das Fotopapier wird deswegen purpur beleuchtet. Alle anderen Farbschichten außer der Purpurschicht werden belichtet; das sind die Gelb- und die Blaugrünschicht. Wird das Fotopapier mit weißem Licht beleuchtet, werden die Gelb- und die Blaugrünschicht in der subtraktiven Mischung zu Grün.

Rotes Licht belichtet die Blaugrünschicht des Negativs. Das Fotopapier wird durch das Negativ mit blaugrünem Licht belichtet und zwar die Gelb- und die Purpurschicht, die in der subtraktiven Mischung wieder Rot sind.

Schwarze Motivanteile belichten keine Negativschicht. An unbelichteten Stellen ist das Negativ durchsichtig. Beim Fotopapier werden alle drei Farbschichten belichtet, die in der Mischung Schwarz sind.

Der Umkehrfilm (Diafilm) hat den gleichen Schichtaufbau wie der Negativfilm. Blaues Licht belichtet die obere, grünes die mittlere und rotes die untere Schicht.

Zuerst wird der Diafilm schwarzweiß-negativ entwickelt, das negative Silberbild durch Bleichen entfernt, anschließend