Was ist Beugung? Wie wirkt sie sich aus?
Was ist Beugung?
Licht wird an den Blendenkanten des Objektivs aus seiner ursprünglichen Ausbreitungsrichtung in eine andere gebeugt. Die Blendenkante lenkt das Licht ab in eine andere Richtung. Die Randstrahlen (Strahlen, die am Blendenrand – der Blendenkante – gebeugt werden) eines Gegenstandspunkts laufen nicht auf den Bildpunkt zu, sondern woanders hin. Anstelle eines Bildpunkts entsteht ein Scheibchen. Es ist von hellen und dunklen Ringen (wenig/kein Licht) umgeben. Mehr Informationen über die Beugung finden Sie in Physikbüchern in den Kapiteln Optik oder Licht.
Je kleiner die Blende ist (größere Blendenzahl), desto größer ist der Anteil der gebeugten Strahlen am Gesamtbild. Wenn es die Schärfentiefe nicht unbedingt erfordert, sollte man keine kleinen Blenden einstellen (Bei normalen Aufnahmen nicht kleiner als etwa Blende 8 bis 11 einstellen). Die förderliche Blende ist die kleinste Blende, bei der die Beugungsunschärfe nicht größer wird als unser Auge maximal auflösen kann. Bei kleineren Blenden wird das Bild sichtbar unschärfer. Sie können die förderliche Blende berechnen lassen.
Wie wirkt sich Beugung aus?
Das Bild wird unschärfer. Zur Demonstration habe ich ein Fliegenbein mit einem Lupenobjektiv durch ein Mikroskop fotografiert. Das erste Bild entstand bei Blende 2,5, das zweite bei Blende 16. Bei Blende 16 ist der gebeugte Anteil am Licht so groß, dass das Fliegenbein merklich unschärfer ist, als bei Blende 2,5. Die Unterschiede sind mit bloßem Auge beim Blick durchs Mikroskop zu erkennen.
Abbildung 1:Beugung bei Blende 2,5. Fliegenbein, am Lupenobjektiv war Blende 2,5 eingestellt. Dieses Foto ist schärfer als das mit Blende 16 aufgenommene.
Abbildung 2:Beugung bei Blende 16. Fliegenbein, am Lupenobjektiv Blende war 16 eingestellt war. Dieses Foto ist unschärfer als das mit Blende 2,5 aufgenommene. Die Beinhaare, noch gut zu erkennen bei Blende 2,5, sind hier kaum noch auszumachen. Die Krallen haben keine Details mehr.
, Moos, 07.08.1998