Ärgernisse mit openSUSE 11.2/KDE 4.3
Montag, 16. November 2009Hier setze ich den vorherigen Artikel fort; nunmehr installierte ich openSUSE 11.2, das KDE 4.3 installiert.
Erfreulich ist: Die Netzwerkkarte meines Boards wird jetzt stets erkannt.
Der Gesamteindruck ist weniger positiv, denn es gibt Ärgernisse, die nicht sein müssten. Manchmal existieren Workarounds, diese zu finden und anzuwenden, erfordert unnötige Arbeit:
- Systemeinstellungen > Persönliche Informationen > Pfade: Pfad für heruntergeladene Dateien. Als Download-Pfad war das Home-Verszeichnis eingestellt. Nach Ändern dieses ungünstigen Pfads wird gefragt, ob alle heruntergeladenen Dateien ins neue Download-Verzeichnis verschoben werden sollen. Wird hier “Verschieben” ausgewählt, wird das gesamte Home-Verzeichnis ins neue Download-Verzeichnis verschoben. Es wird nicht geprüft, ob das Home-Verzeichnis - die Default-Einstellung - die Quelle ist, was kein Problem wäre, gäbe es eine Liste heruntergeladener Dateien und (nur) diese würden verschoben!
- Es wurde eine Thunderbird-Beta-Version installiert: 3.0.b4, mit der folgende für mich wichtige Add-Ons nicht mehr funktionieren, es gibt keine aktuellen: Enigmail und Lightning. Mit anderen Worten: Das openSUSE-Team beschloss, der Anwender müsse mit Thunderbird keine E-Mail mehr verschlüsseln können, keine verschlüsselt abgeschickte mehr lesen und keine Termine mehr verwalten, bis (irgendwann) die Add-Ons angepasst und freigegeben wurden an die neue Version. Workaround: Für Enigmail gibt es ein funktionierendes Nightly Build, für Lightning nicht, da es an vergangene Termine pausenlos erinnert. Auch Xpunge kann ich nicht mehr benutzen. Nachtrag: Nachdem auch das Versenden von Nachrichten in Newsgroups nicht mehr funktionierte, deinstallierte ich Thunderbird 3 Beta und installierte das auf mozilla.org erhältliche tar-Archiv der Version 2, das wie gewohnt funktioniert.
- K3b wollte wieder keine 8 GB-DVD brennen, da es ein neueres genisoimage forderte, es wurde ein älteres installiert und im Online-Repository gibt es kein neueres. Workaround: Neueste Version herunterladen.
- K3b brennt auf DVD-R keine Multisessions, obwohl sich manuell eine starten lässt, die DVD kann anschließend entsorgt werden, was nicht billig ist, da ich nur gute DVDs benutze. Im automatischen Modus wird ebenfalls keine Multisession-DVD erzeugt. Multisessions sind auch mit DVD-R möglich, nicht nur mit DVD+R.
- K3b: Der Mauscursor ist dauerhaft eine rotierende “Sanduhr”
- Amarok und Podcasts sind sehr fehlerhaft implementiert, beinahe unbrauchbar (Konfiguration: Verzeichnis je Podcast selbst definiert, Podcasts sollen heruntergeladen werden): 1. Podcasts werden “irgendwie” sortiert, die neuesten sind nicht ganz oben in der Liste, manchmal ganz unten, manchmal in der Mitte. Wie sortiert wird, kann nicht eingestellt werden, wobei eine zeitlich absteigende Sortierung als Default ok wäre. 2. Wird die Anzahl beschränkt und die Liste hat so viele Einträge wie in der Beschränkung eingestellt, werden neue Podcasts nicht angezeigt, vermutlich aufgrund der fehlerhaften Sortierung. 3. Das Symbol eines Podcasts ändert sich nicht, falls ein neuer Podcasts dazugekommen ist. 4. Obwohl eingestellt, werden Podcasts nicht heruntergeladen. Nur so wird garantiert die Dauer angezeigt und ein Podcast fortgesetzt an der gleichen Stelle nach Betätigen der Pause-Taste. Leider wird Amarok 1.x nicht mehr über die Paketverwaltung angeboten, die Version 2.x also zwangsweise installiert.
- KMail: Das Verzeichnis, in dem Mails gespeichert werden kann nicht ausgewählt werden (es ist vorgeschrieben). Workaround: Symlink
~/.kde4/share/apps/kmail/mailerzeugen auf das Mail-Verzeichnis. - KMail:
KMail einrichten > Sicherheit > Nachrichten erstellen
: WirdVersendete Nachrichten verschlüsselt speichern
abgewählt, werden trotzdem mit GnuPG verschlüsselte Nachrichten verschlüsselt gespeichert. Es gibt keinen Workaround, diekmailrc-Optionstore-displayed-messages-unencrypted=true, Abschnitt[Reader]ist immer noch ohne Funktion. - Es ist nicht möglich/ersichtlich, die Anzeigedauer der Geräteüberwachung zu definieren: Sie sollte in den Einstellungen für Geräteüberwachung sein, was nicht der Fall ist. Das Popup verdeckt Anwendungsfenster nach Einlegen einer CD/DVD, eines USB-Sticks etc., muss erst selektiert und deselektiert werden, um zu verschwinden. Die Geräteüberwachung ist in einigen Fällen auch nützlich, deswegen ist Entfernen kein zufrieden stellender Workaround. Vielmehr sollte das Popup deaktiviert werden können bzw. z.B. nur 1 Sekunde angezeigt werden.
- In den Systemeinstellungen können nun Geräte-Aktionen definiert werden. Trotz sinnvoller Einstellung ist es mir nicht gelungen, eine zu definieren, die beim Einlegen einer Film-DVD angeboten wird in der Geräteüberwachung.
- Dolphin: Der Inhalt eines Verzeichnisses wird nicht automatisch aktualisiert
- Der externe USB-DVD-Brenner schließt die Schublade von alleine sofort nach dem Ausfahren, manchmal bereits nach Öffnen um einen halben Zentimeter. Das ist definitiv ein KDE- oder Linux-Problem, da unter Windows dieses Verhalten nicht auftritt und nach Abziehen des USB-Kabels der Brenner wie erwünscht reagiert: Die Schublade kann vollständig geöffnet, eine CD/DVD eingelegt werden und sie wird erst geschlossen, nachdem ich das veranlasse.
- Der Schreibmodus auf externe, dynamisch eingebundene Medien ist immer noch nicht über Yast2 einstellbar oder schwer aufzufinden: Das Kopieren großer Dateien auf einen USB-Sticks ist so extrem langsam. Das Konfigurieren des hald (kein permanentes Synchronisieren sondern Nutzen eines ausreichend großen Schreibcaches) ist zu fehleranfällig (und umständlich).
Gegenüber dem letzten Posting funktionieren in KDE jetzt:
- Optionen für das Herunterfahren werden angezeigt
- Alt+F2 (krunner) merkt sich eingegebene Befehle nach Beenden von KDE
Es wäre gut, openSUSE nähme das open nicht wörtlich im Sinne von alles oder nichts: Nach jeder Installation können weder Lieder aus der MP3-Sammlung gehört werden noch DVDs angeschaut. Für einige Linux-Neulinge dürfte das bereits ein Grund sein, Linux wieder zu entfernen. Auch sollten proprietäre Grafikkarten- und sonstige Treiber (Drucker, Scanner, …), z.B. von Nvidia oder Hewlett Packard, gleich installiert werden und nicht die leistungsschwächeren Open Source-Treiber. Der Anwender soll nicht “bestraft” werden, weil die Hersteller die Quellen nicht veröffentlichen. Es könnte eine Option angeboten werden: “Ja, ich will MP3-Dateien hören und DVDs sehen, auch wenn der Quelltext für die erforderliche Software nicht unter GPL veröffentlicht wurde”. Ich bin sicher, die meisten Benutzer würden sich dafür entscheiden.